Teeny-Training am Gardasee

Samstag 13. April: Nach einer gemütlichen und gefühlt endlosen Autofahrt erreichten wir endlich die schöne Kleinstadt Torbole am Gardasee. Nachdem auch der Rest unserer Teeny-Trainingsgruppe (hauptsächlich von unserem benachbarten Klub am Rupenhorn – KAR) eintraf, luden wir die Boote ab und begannen mit dem Aufbau. Anschließend gönnten wir uns alle ein riesiges sehr leckeres Eis, und somit war das Trainingslager eröffnet!

Sonntag 14. April: „RING RING!!!“ Es ist 7:30 Uhr, Frühstückszeit! Schnell Brötchen schmieren, Sachen zusammen raufen und ab zum Boot. Abdecken, aufbauen auf Toilette gehen und umziehen, jetzt ist es 9:30 Uhr, geschafft, wir sind pünktlich.

Foto: Sven Hansen

Nachdem auch die letzte Crew eingetroffen ist, beginnt die Vorbesprechung mit unseren Trainern Christian Swatosch und Christian Spoelgen. Jetzt geht’s los!!!! Okay, STOPP STOPP STOPP, es ist Flaute, egal, wir machen das Beste draus. Nach einem sehr eleganten und nassen Ablegemanöver legten wir eine schöne, aber dennoch des Windes bedingte leider nur kurze Trainingseinheit ein. Daraufhin folgte eine lange auf Wind hoffende Mittagspause. Leider erfüllte sich unser Wunsch nicht, und noch deprimierender waren die Regenwolken, die langsam aber unaufhaltsam aufzogen. Trotz der schlechten Bedingungen widmeten wir uns der Challenge von neuem und dies mit Erfolg. Wir legten dabei den Schwerpunkt auf Rollwenden. Manches gelang uns auf Anhieb, anderes bedurfte wirklich noch des Trainings.

 

Montag, 15. April: Nachdem wir erneut gut in den Tag gestartet und zügig auf dem Wasser waren, wurden wir zunächst enttäuscht: Es war kein Wind. Genau als wir eine kleine Pause auf dem Wasser nahe eines Kletterfelsens beendet hatten, kam erneut die Flaute. Unmotiviert trieben wir weiter…..

Aber dann, gegen 12 Uhr, setzte die Thermik ein und der Wind nahm rasend schnell zu und wir konnten mit schönem Speed in den Hafen fahren, denn wir wussten, dass der Wind bei der Richtung nicht allzu lange anhalten würde. Und so kam es auch. Kurz nachdem alle Teams im Hafen waren und ihre Boote auf die Mittagspause vorbereitet hatten, verließ der Wind uns wieder.

Foto: Sven Hansen

Nach dem sehr leckeren Essen (es gab Wraps) legten wir eine kurze Pause ein, takelten anschließend unsere Boote wieder auf und gingen erneut aufs Wasser. Leider war schon wieder kaum Wind, gerade mal so, dass sich in der größten Bö die Schottin mit auf die Kante setzen konnte. So blieb der Wind die ganze Zeit. Nach dem Training liehen wir uns Fahrräder aus und fuhren in die Nachbarstadt Riva. Wir besichtigten die Altstadt und betrachteten erstaunt die vielen Optis, von denen rund eintausend für das anstehende Lake Garda Meeting, die größte Kinderregatta der Welt, schon auf den Uferwiesen und Kaimauern lagen. Wirklich jeder Platz wurde dafür ausgenutzt. Nach einem weiteren Eis beendeten wir unsere Tour, und huschten dann auch ganz schnell ins Bett.

Dienstag 16. April: Der enttäuschend flaue Wind am Morgen hielt uns nicht lange auf dem Wasser. Wir beschlossen, unsere Pause den Wind- und Wetterbedingungen anzupassen, und erst mit Einsetzen der Thermik wieder auszulaufen. Das war nach 1,5 Stunden der Fall.

Bald fegte der Wind mit 5 Beaufort und einer schönen Welle über den Gardasee. Jetzt hieß es alles aus dem Boot und uns selbst raus zu holen und optimal zu fahren. Toni (meine Vorschoterin Antonia Köther) war nur am Trapezen und wir gingen richtig ab – yeah!!!! Wir kamen sogar kurz ins Gleiten. Nach einigen Stunden fuhren wir aber rein, denn einige Teams waren kräftemäßig schon sehr an ihren Grenzen gestoßen. Nach der Nachbesprechung und einer kurzen Pause beschlossen wir noch mal hinauszufahren. Diesmal aber alle zusammen mit dem Motorboot, denn wir wollten das schöne Wetter nutzen und in der sogenannten „Schweinebucht“ einen Wasserfall besichtigen.

Foto: Sven Hansen

Nach langem Planschen und Baden in unseren Neopren- und Trockenanzügen wurde es uns dann doch allmählich zu kühl und wir eilten schnell unter die heiße Dusche. 

Mittwoch, 17. April: Heute morgen fiel uns das Aufstehen sehr schwer, denn in dieser Nacht war es das erste Mal schön warm und kuschelig im Zelt gewesen. Nach einigen Aufrappelversuchen schafften wir es endlich, bauten unser Boot auf, erledigten den Rest der morgendlichen Aufgaben und fuhren dann mit schönem Wind aufs Wasser. Dieses Mal aber ohne den Trainer Christian Swatosch. Denn der betreute ab heute eine Trainingsgruppe von Piraten-Seglern. Vor dem Wind fuhren wir aus dem kleinen Hafen raus, zogen den Spi und ab ging es. Das war echt geil!

Gegen Mittag setzte dann wieder Flaute ein und wir wurden in den Hafen geschleppt.

Als es dann wieder aufs Wasser ging, ging es richtig los. Wir fokussierten uns auf das Kreuzen und Trapezen und kamen dabei zum Gleiten. Aber nach ein paar Stunden kamen auch wir an die Grenzen unserer Kräfte.

Um meinen Papa einen „Wunsch“ zu erfüllen, der noch nie am Gardasee gesegelt hatte, wechselte er vom Trainerboot aus mit meiner erschöpften Vorschoterin Antonia und wir segelten zusammen im Teeny halbwinds unter Spi in den Hafen und surften dabei die Wellen runter. Das war echt lustig 😉 Gegen 18 Uhr waren wir dann mal wieder in Riva, denn da fand Eröffnungsflaggenparade der Optimistensegler aus 30 Nationen statt. Danach gab es dort noch leckere Pizza.

Gründonnerstag, 18. April: Mit 40 Minuten Verspätung fuhren wir raus. Es war totale Flaute, der See war komplett leer. Gegen 10 Uhr kam dann aber ein stabiles Lüftchen auf, womit wir schön segeln konnten. Wir legten unseren Schwerpunkt auf Rollwenden und das Spifahren. Da aber der Wind sich lang in Grenzen hielt, beschlossen wir unsere Mittagspause vorzuziehen. Heute hatte für alle Papa gekocht, es gab Reis und eine große Gemüsepfanne, optional noch etwas Fleisch. Gegen Mittag liefen wir dann wieder aus. Der Wind spielte mit und wehte mit 4 – 5 Windstärken. Wir kreuzten hoch in die Schweinebucht, und fuhren dann halbwinds unter Spinnaker in den Hafen – Das war soooooo coool !!! Alle waren am Gleiten und hatten richtig Spaß.

Diese Einheit war aber nur kurz, weil heute unser letzter Segeltag war. Eigentlich sollte man da nochmal richtig reinhauen, aber aus Zeitgründen war dies leider nicht möglich. Wir mussten nämlich noch unsere Boote aufladen und packen.

Jasmin Lang (13)